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Die Zukunft der Arbeit

 

Die ARD hat eine neue Themenwoche eingeläutet unter dem Motto "Die Zukunft der Arbeit". Zur Veranschaulichung spricht probeweise schon mal ein Roboter die Nachrichten. Manche Fernsehsender wie zum Beispiel der RBB haben bereits nachgezogen. Man stellt sich die Frage, ob wir hier tatsächlich nur von der Zukunft sprechen oder nicht doch bereits von der Gegenwart. Noch haben Roboter die Moderatoren nicht ersetzt, aber schon bald könnte das der Fall sein.

Wie sieht unsere schöne neue Arbeitswelt denn nun tatsächlich aus? Viele Menschen arbeiten im Home Office, weil es oft billiger kommt und praktisch ist. Andere sind bei Zeit- und Leiharbeitsfirmen beschäftigt, wodurch der Lohn gedrückt wird. Oder sie arbeiten auf Teilzeit- oder Minijob-Basis. Die Automatisierung und Digitalisierung ist in manchen Bereichen so weit fortgeschritten, dass es so scheint als bedürfe es der Menschen gar nicht mehr. Aber ganz so düster ist die Lage nicht. Schließlich braucht es der Menschen, um Maschinen zu bedienen bzw. Programme zu entwerfen und zu steuern. In der Automobilindustrie läuft vieles vom Band, aber bislang wissen nur die entsprechenden Facharbeiter wie man die nötige Gerätschaft bedient.

Die Online-Affinität ist eines der weiteren Stichworte, wenn es um die Zukunft der Arbeit geht. Schon haben alle großen Marken ihre eigenen Onlineshops, die nicht immer auf dem aktuellsten Stand sind wie die Bestellenden oft feststellen. Ein bestimmter Artikel ist noch nicht online gestellt bzw. nicht rechtzeitig herausgenommen worden, wenn er ausverkauft ist. So erleben wir, dass Technik nicht perfekt ist und ohne den Menschen nicht auskommt. Zweifellos wird es aber möglich werden, dass diese Handgriffe bald ersetzt werden können, zum Beispiel durch noch ausgefeiltere Computerprogramme.

Die Zukunft der Arbeit hat bereits begonnen und viele merken das sehr deutlich. Ein Roboter, der zuhause den Haushalt schmeißt, steht noch aus. Ein Roboter-Postbote wurde hingegen bereits entwickelt. Er wird bestückt auf die Reise geschickt, indem die Adresse wie bei einem Navigationsgerät eingespeichert wird. A propos: viele vertrauen ihren Navis so sehr, dass sie blindlings dem GPS-System folgen und dabei nicht immer am gewünschten Ziel ankommen. Die Robotik könnte uns allerdings in der Tat viele Arbeitsgänge erleichtern und unangenehme Arbeiten abnehmen. Vieles ist da bereits auf dem Wege, zum Beispiel Roboter, die in der Warenwirtschaft Artikel aus Regalen nehmen und verlegen können oder solche die eine Wohnung komplett selbst zu reinigen vermögen.

Einen großen Stellenwert in der Diskussion um die Zukunft der Arbeit nimmt das Thema des bedingungslosen Grundeinkommens, das auf die Idee eines Schweizers zurückgeht, ein. Angesichts wachsender Ungleichheit, zunehmender Digitalisierung und dem vermehrten Einsatz von Computern wird dieses Vorhaben immer aktueller. Während in einigen Feldern die Arbeitsmöglichkeiten steigen, verringern sie sich wiederum in anderen, sodass es auch zu einer Ungleichverteilung von Arbeit kommt. Durch eine flächendeckendere Einführung der 30- oder 35-Stunden-Woche ließe sich zudem das Problem der Arbeitslosigkeit leichter lösen. Noch gibt es zu starke Lobbys gegen beide Ideen, sowohl die der Arbeitszeitverkürzung als auch die eines Grundeinkommens. Bedingungslos wären indes beide nicht, aber sicherlich würden sie zu teilweise produktiveren und effektiveren Lösungen führen als wir sie derzeit oftmals erleben. Und einige Länder wie zum Beispiel Finnland üben das schon mal ein. Allerdings ist das Problem beim bedingungslosen Grundeinkommen, dass bei dessen Einführung eventuell die unangenehmeren Jobs gar nicht mehr ausgeführt werden könnten und sich einige nur noch auf die faule Haut legen würden. Es müssten daher bestimmte Anreize geschaffen werden.

Wir werden uns noch an vieles, das bereits in der Entwicklung ist, gewöhnen. Im Fall des Haushalts-Roboters fiele das zugegebenermaßen nicht sehr schwer. "Das bisschen Haushalt..." !