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G20-Gipfel - ein Treffen im Zeichen globaler Krisen

 

Noch ist es vermutlich zu früh, um zu sagen, ob der G20-Gipfel ein Erfolg war. Petra Pinzler von der ZEIT hat durchaus recht, wenn sie sagt, dass es schon als Erfolg zu werten ist, wenn die Dinge nicht schlechter werden. Und das sind sie nicht nach allem, was bislang berichtet wurde und nach außen drang: Putin und Trump haben mit einander geredet und Putin hatte sichtlich Spaß dabei, für Südwestsyrien wurde eine Waffenruhe vereinbart und zahlreiche Länder haben signalisiert, dass sie sich an die Vorgaben der Pariser Klimakonferenz halten wollen. Ein großes Manko des Gipfels war jedoch, dass nur ein afrikanisches Land vertreten war.

Wenn Menschen miteinander reden, ist das immer gut. Egal, ob es sich dabei um Politiker auf ranghohen Posten oder um Nachbarn handelt. Im Gespräch besteht die Chance, stärker aufeinander einzugehen, auch wenn es Sprachbarrieren geben mag. Den G20-Gipfel in eine WhatsApp-Gruppe umzuwandeln, würde zwar der Forderung gerecht werden, künftig keine horrenden Summen mehr für Unterbringung, Sicherheit und Flugtickets auszugeben. Aber ob sich schriftlich besser verhandeln lässt als mündlich, steht nicht wirklich fest. Schließlich sind auch die Nebenunterredungen und Treffen auf den Fluren wichtig und die persönlichen Freundschaften, die zwischen Politikern entstehen, haben einen hohen Stellenwert. Das haben nicht nur Francois Mitterrand und Helmut Kohl gezeigt, sondern auch Angela Merkel mit ihren zahlreichen guten Kontakten in der Welt. Das Merkron-Duo aus Merkel und Macron setzt zum Beispiel die guten deutsch-französischen Beziehungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte fort und das ist gut so.

Wer übrigens gegen Kriege ist, täte gut daran, sich selbst daran zu halten, keine Gewalt auszuüben. Die zu Bruch gegangenen Fensterscheiben, verbrannten Autos, verletzten Demonstranten und Polizisten und derlei mehr sind ein Zeichen eines Zerstörungswahns, der den Zielen der Globalisierungsgegner zuwiderläuft. Deren interessante Gegenveranstaltungen mit vielen gut informierten und beherzten Teilnehmern aus aller Welt, unter anderem der Türkei und Indien, gingen so im Tohuwabohu der Linksautonomen und des Schwarzen Blocks unter. Klar, dass sich kein Staatsoberhaupt diktieren lassen wird, wo und wie solche Gipfeltreffen abzuhalten sind. Von daher läuft diese Art des gewaltbereiten Protests in die Leere, ja direkt ins Kontraproduktive. Die Versicherungen haben dieser Tage viel Arbeit in Hamburg...! Und die Vandalen haben einmal mehr bewiesen, dass sie nicht wirklich politikfähig sind.

Dass starkes Wachstum allerdings nicht die Ultima Ratio eines solchen Gipfeltreffens sein kann, sollte eigentlich allen Teilnehmern klar sein. Denn einen gesunden Planeten schafft es nicht, es sei denn dieses erstarkende Wachstum würde für Ökologie, eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung und nachhaltige Arbeitsplätze verwendet. Und das ist noch lange nicht in Sicht, auch wenn in Ansätzen bereits erkannt wurde, dass das der richtigere Weg wäre.